Kerf-Recycling

Das Solarsilizium, Ausgangsmaterial für die Herstellung von PV-Modulen, erleidet in einer der ersten Stufen der Produktionskette einen enormen Wertverlust. Um die Siliziumwafer zu produzieren, welche die Grundlage für die Photovoltaikzellen bilden, wird ein Siliziumblock mithilfe eines Diamantdrahtes in sehr dünne Plättchen (weniger als 200 µm) zersägt. In dieser Phase gehen mehr als 40% des Materials in Form von Silizium-Mikrospänen verloren, welche von einer Schneidflüssigkeit abgeleitet werden. Der dadurch entstandene Schlamm, das sogenannte Kerf, besteht aus sehr reinem Silizium, gilt aber derzeit als Abfallprodukt, das auf Kosten des Herstellers entsorgt werden muss.

Die von ROSI Solar entwickelten Technologien ermöglichen eine Wiederaufwertung dieses Kerfs. Einerseits erlauben unsere Verfahren die vollständige Abtrennung der feinen Siliziumpartikel von der Schneidflüssigkeit. Dadurch kann diese wieder zum Schneiden verwendet werden, anstatt behandelt und dann in die Umwelt freigesetzt zu werden. Andererseits werden die beim Zersägen entstandenen Verunreinigungen beseitigt und die Siliziumpartikel zu hochreinem Siliziumgranulat umgeformt, die dann zur Herstellung neuer Wafer wieder in die Wertschöpfungskette eingespeist werden können.

Im Jahr 2019 wurden weltweit neue Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 115 GW installiert, was einen Verlust von ungefähr 200 000 Tonnen Solarsilizium im Wert von über 1,5 Mrd. $ als Abfallprodukt bei der Produktion der Module zur Folge hatte. Die Technologien von ROSI Solar machen nicht nur eine erhebliche Reduktion dieser finanziellen Verluste, sondern auch eine Beschränkung der Treibhausgasemissionen aus der Rohstoffherstellung der Solarindustrie möglich.